Chemische Substanzen

Wenn der Fortschritt krank macht

Viele Allergien werden durch künstlich hergestellte Stoffe hervorgerufen. Diese chemischen Substanzen verstecken sich in Deos, Lippenstiften, Shampoos, Seifen, Salben, Waschmitteln, Chemische Substanzen Weichspüler und Duftkerzen. Sie sind aber auch in Lebensmitteln wie Schokolade, Kaugummi oder Limonade enthalten. Schmuck und Uhren können durch Nickelsalze Kontaktekzeme hervorrufen. Formalin findet sich in Textilien und Desinfektionsmitteln. Schuhputzmittel enthalten Terpentin und können ebenso wie chemische Stoffe in Haarfärbemitteln, Farb- oder Duftstoffen das menschliche Immunsystem durcheinander bringen.

Zu viel Chemie überfordert den Organismus

Der menschliche Körper wird zunehmend mit chemischen Substanzen konfrontiert. Für deren Abbau sind sogenannte Antikörper zuständig. Im gesunden Zustand stellt dies kein Problem dar, doch immer häufiger tritt eine Überreaktion des menschlichen Abwehrsystems hinsichtlich künstlich erzeugter Stoffe auf. Dabei wird eine übergroße Menge an Antikörpern freigesetzt, die einen Entzündungsprozess im Gewebe oder in den Organen hervorrufen. Die Symptome zeigen sich besonders an Haut, Bronchien und an den Schleimhäuten der Nase, des Darms und der Augen. Kommt der Organismus erneut mit dem Fremdstoff in Kontakt, kann die Reaktion darauf schneller und intensiver als beim Erstkontakt erfolgen, weil das Immunsystem die auslösende Substanz sofort erkennt.

Symptome und BehandlungAusschlag wegen chemischer Substanzen

Allergische Reaktionen auf chemische Substanzen treten vielfach als sogenanntes Kontaktekzem auf. Die Körperstelle, die in direktem Kontakt mit der chemischen Substanz stand, zeigt eine Entzündungsreaktion. Typisch ist, dass die Reaktion erst ein bis zwei Tage nach der Berührung mit dem Allergen sichtbar ist. Dabei zeigen sich auf der Haut Schwellungen, Juckreiz oder Bläschen. Es kann zu Hautrötungen oder einem Brennen kommen. Heilt die Entzündung nicht aus, bilden sich Borken und Hautschuppungen. Die Symptome können sich auch über die direkte Kontaktstelle hinweg ausbreiten, was als „streuendes Ekzem“ bezeichnet wird. In schweren Fällen gehen diese Streuungen bis auf andere Körperteile über.

Haben chemische Substanzen ein Kontaktekzem ausgelöst, werden Cortisonsalben verordnet, um die Entzündung einzudämmen. Bei starkem Juckreiz schaffen Antihistaminika in Tablettenform Linderung. Ein allergologisch spezialisierter Hautarzt wird bei einer Duftstoffallergie einen Epikutantest (Pflastertest) vornehmen, der dem Nachweis der sogenannten Typ-IV-Sensibilisierung dient und auslösende Substanzen herausfiltert. Dieser Prozess kann aufgrund der Vielfältigkeit chemischer Komponenten sehr langwierig sein. Bei positivem Befund erhält der Betroffene einen Allergiepass, der die auslösenden Stoffe auflistet. Trotzdem hilft das nur bedingt, da beispielsweise die Textilindustrie nicht verpflichtet ist, chemische Substanzen, mit denen Kleidung behandelt wurde, anzugeben.

Die beste Strategie – Vermeidung

Im täglichen Leben läßt sich der Kontakt mit chemischen Substanzen minimieren, indem allergieauslösende Produkte gemieden werden. Duftstoffe wie Raumsprays, Parfüms oder Rasierwasser sind nicht angebracht, wenn die Haut darauf reagiert und akute Atemwegsbeschwerden vorhanden sind. Neue Kleidung sollte vor dem Erstgebrauch prinzipiell gewaschen werden, um Farbstoffe zu eliminieren. Farb- und Konservierungsstoffe, Wachse sowie Reinigungsmittel können bei einer allergischen Reaktion Hautausschläge und Juckreiz bewirken und sollten dann nicht wieder verwendet werden.
Sofern allergische Reaktionsmuster bekannt sind, sollte das auch bei der Berufswahl berücksichtigt werden. Viele Berufsgruppen haben Kontakt mit chemischen Substanzen, die die Haut belasten und Reaktionen hervorrufen können. Fliesenleger, Friseure, Zahntechniker, Lackierer, Maler und Photolaboranten sind davon besonders betroffen. Laboranten, Drucker oder Maurer haben durch ihr Berufsbild ebenfalls häufigen Umgang mit chemischen Substanzen.