Heuschnupfen

Wenn im Frühjahr die ersten Pollen fliegen, beginnt für viele Allergiker die Leidenszeit: Niesen, Juckreiz und brennende Augen gehören dann für Wochen oder gar Monate zHeuschnupfenum Alltag. Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Heuschnupfen, der häufigsten Allergieform in den Industrieländern. Mit Heu hat der Heuschnupfen allerdings trotz seines Namens nichts zu tun.

Heuschnupfen oder allergischer Schnupfen (Allergische Rhinitis) ist ein Oberbegriff für alle Allergieformen, die durch Blütenpollen und andere Allergene in der Luft ausgelöst werden. Wenn im Frühling oder Sommer die jeweiligen Allergene zu fliegen beginnen, reagieren Betroffene mit den typischen schnupfenähnlichen Symptomen. Die auslösenden Stoffe komplett zu meiden, ist schwierig und erfordert in erster Linie eine gute Alltagsplanung.

Behandlung von Heuschnupfen

Heuschnupfen stellt für Betroffene oftmals eine große Belastung dar. Im Gegensatz zu anderen Allergenen ist es im Alltag kaum möglich, den auslösenden Pflanzenteilchen in der Luft völlig zu entgehen. Die Behandlung von Heuschnupfen zielt daher vor allem darauf ab, den Körper so weit wie möglich an das Allergen zu gewöhnen und so die allergische Reaktion zu lindern.

Wie auch bei einigen anderen Allergieformen hat sich in der Therapie von Heuschnupfen die Hyposensibilisierung als Behandlungsmethode bewährt. Hierbei wird das Immunsystem einer niedrigen Dosis des auslösenden Stoffes ausgesetzt, damit sich der Körper behutsam an das Allergen gewöhnt. Bei vielen Betroffenen lassen sich auf diese Weise gute Erfolge erzielen, die das Leben mit der Allergie erleichtern.

Eine Hyposensibilisierung ist allerdings in einigen Fällen nicht durchführbar, beispielsweise bei Patienten mit ausgeprägtem Asthma oder in Kombination mit bestimmten Medikamenten. In diesen Fällen können Allergie hemmende Arzneimittel wie Antihistaminika Hilfe bieten.

Heuschnupfen im Alltag

Die Diagnose Heuschnupfen stellt Betroffene im Alltag vor viele Probleme. Während der Pollenflugzeit lassen sich die auslösenden Stoffe nur bedingt meiden, da diese in der Luft praktisch allgegenwärtig sind. Allergiker sind darauf angewiesen, sich nach dem Pollenflugkalender zu richten und stark betroffene – vor allem ländliche – Gebiete möglichst zu meiden. Wer die Möglichkeit hat, verbringt die Pollenflugzeit am besten in einer Region, in der die jeweiligen Allergene nicht vorkommen – beispielsweise im Hochgebirge oder an der See.

Damit die Pollen nicht in alle Wohnräume eindringen, müssen Allergiker in besonderem Maße auf gezieltes Lüften und auf eine disziplinierte Hygiene achten. Bei offenem Fenster zu schlafen, ist für Pollenallergiker ebenso riskant wie das Tragen von Straßenkleidung in den Schlafräumen. Auch sportliche Aktivitäten in der Natur sind für Allergiker zur Hauptflugzeit der auslösenden Pollen nahezu unmöglich.

Praktische Tipps für Allergiker

So schwer es auch ist, den auslösenden Pollen vollständig zu entgehen: Mit einigen einfachen Verhaltensweisen können die allergischen Reaktionen meist deutlich gemindert werden. Vor allem mit gezieltem Lüften lässt sich viel erreichen. In der Stadt sollten Allergiker vorzugsweise in den Morgenstunden lüften, wenn die Pollenkonzentration am niedrigsten ist. Anders verhält es sich auf dem Land – hier ist die Pollenkonzentration am frühen Morgen am höchsten, sodass Allergiker idealerweise erst abends lüften.

Pollenschutz-Fenstergitter können dabei helfen, das Haus dauerhaft pollenfrei zu halten. Außerdem sollten die Wohnräume täglich gesaugt und Wäsche nur drinnen getrocknet werden. Eine Haarwäsche vor dem Schlafengehen vermeidet, dass sich die Pollen im Schlafzimmer ausbreiten.