Ist Heuschnupfen heilbar?

Heuschnupfen ist eine weitläufig verbreitete Allergie, von der mehrere Hunderttausend Deutsche betroffen sind. Wenn Gräser, Getreide oder Bäume blühen, schwirren mehr als 4.000 Pollen pro Kubikmeter durch die Luft. Allergische Reaktionen werden bereits durch wenige Pollenkörner hervorgerufen. Tränende Augen, juckende Nasen und irritierte Schleimhäute gehören für Allergiker zur Normalität. Ein Allheilmittel gegen die allergischen Reaktionen gibt es nicht. Allerdings können Patienten durch verschiedene Behandlungen eine spdandelion-1123445_1280ürbare Linderung erhalten.

Typische Behandlungsmethoden: Antihistaminika und Desensibilisierung

Ein gängiges Mittel zur Behandlung von Heuschnupfen stellen Antihistaminika dar. Diese können müde machen, müssen es aber nicht, weshalb sie bevorzugt am Abend eingenommen werden sollten. Sobald ein Allergiker mit Pollen in Berührung kommt, schüttet dessen Körper Histamin aus, welches zu Schwellungen, Rötungen und Juckreiz führt. Antihistaminika blockieren die Freisetzung von Histamin und sorgen dafür, dass Entzündungsprozesse gestoppt werden. Moderne Antihistaminika weisen lediglich geringe Nebenwirkungen auf. Wer unter besonders starken Reaktionen leidet, sollte einen spezialisierten Arzt aufsuchen. Mit einer Desensibilisierung können Personen gegen wenige Pollenarten „desensibilisiert“ werden. Der Arzt spritzt in regelmäßigen Abständen kleinere Pollenmengen ein, gegen die der Allergiker Reaktionen aufweist. Der Körper soll sich hierdurch an die Pollen gewöhnen. Nach der Gabe einer Spritze muss für mindestens 30 Minuten beim Arzt gewartet werden, um einen allergischen Schock auszuschließen. Die Dauer einer Desensibilisierung beträgt zwei bis drei Jahre. Zu Beginn werden die Pollen wöchentlich gespritzt, später nur noch einmal pro Monat. Die Erfolgsquote liegt bei mehr als 90 Prozent: Bei Mehrfachallergien beläuft sich die Wirksamkeit nur noch auf 70 bis 80 Prozent.

Heuschnupfenpflaster, Kortison und Nasensprays

Heuschnupfenpflaster funktionieren wie Hormon- oder Nikotinpflaster. Der menschliche Körper wird, ähnlich wie bei einer Desensibilisierung, langsam an die Pollen gewöhnt. Auf dem Plaster befindet sich ein Pollenextrakt, der über die Haut in den Körper eindringt und wie eine Art Impfung wirkt. Die Symptome der Patienten werden um bis zu 70 Prozent gemindert. Viele Erwachsene können auch auf Kindernasensprays zurückgreifen, die einen geringen Wirkstoffanteil besitzen. Verstopfte Nasen können durch Sprays oder Tropfen abschwellen. Allerdings kann sich ein Gewöhnungseffekt einstellen, sodass immer höhere Dosen benötigt werden. Daher sollten Nasensprays nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden. Mit der Gabe von Kortison können antiallergische und entzündungshemmende Reaktionen hervorgerufen werden. Eine Heilung tritt allerdings nicht ein. Eine langfristige und hochdosierte Einnahme kann zu erheblichen Nebenwirkungen wie der Einlagerung von Wasser im Gewebe führen. Bei starken allergischen Reaktionen stellt die Einnahme von Kortison leider oftmals die einzige Behandlungsmöglichkeit dar.

Alternative Methoden

Alternative Methoden gegen Heuschnupfen sind Akupunktur und Homöopathie. Mit einer Akupunktur können die Symptome von Heuschnupfen erheblich abgemildert werden. Die Kosten werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Mit der Homöopathie können die Beschwerden ebenfalls gelindert werden. Die homöopathischen Mittel müssen individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Die Kosten werden ebenfalls nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Weitere Alternativmittel sind Grastabletten und Pestwurz. Diese funktionieren wie ein Heuschnupfenpflaster und enthalten eine geringe Menge von Allergenen, an die sich der Körper langsam gewöhnt. Diese Tabletten sind allerdings nicht für jeden Typ von Allergiker geeignet.