Plötzlich Heuschnupfen?

HeuschnupfenMehr als 20 Millionen Deutsche gelten als Allergiker. Jeder siebte Deutsche leidet unter Heuschnupfen – mehr als 50 Prozent davon, wissen noch nicht einmal von ihrer Erkrankung. Heuschnupfen beeinträchtigt Allergiker nicht gleich stark. Jeder fünfte Allergiker zeigt überhaupt keine oder nur schwache Symptome auf. Wer nur hier und da niest, muss nicht auf Medikamente zurückgreifen.

Wenn der Heuschnupfen etwas stärker ist und dem Allergiker jedes Jahr ein paar Tage wegnimmt, ist die Allergie durchaus ernst zu nehmen. Triefaugen und Schniefnasen können zu Entzündungen in der Lunge und in den Bronchien führen. Wer seine Allergie nicht rechtzeitig behandeln lässt, entwickelt zu 40 Prozent nach ca. acht Jahren chronisches Asthma Bronchiale oder aber eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Heuschnupfen führt bei jedem Dritten zur Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln, da sich so genannte Kreuzallergien entwickeln. Durchfall, Jucken im Mund und angeschwollene Schleimhäute sind deutliche Anzeichen für eine solche Entwicklung. Der Grund für diesen Verlauf liegt in der ähnlichen Eiweißstruktur von Pollen, Nüssen und Obst.

Ausbrüche im hohen Alter

Heuschnupfen kann auch Personen betreffen, welche noch nie zuvor Symptome aufgewiesen haben. In früheren Zeiten galt die Faustregel, dass sich Allergien zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr zeigen. Mittlerweile ist aber klar, dass Allergien auch weit jenseits des 50. Lebensjahres auftreten können.

Die Gründe, warum Allergien zum Teil gar nicht oder erst nach Jahrzehnten auftreten, sind ungeklärt. Darüber rätseln auch heutzutage zahlreiche Mediziner. Unter Umständen kann die Allergie durch Tiere, Virusinfektionen oder andere Vorfälle ausgelöst werden. Eine Veranlagung muss aber noch lange nicht bedeuten, dass der eigene Nachwuchs auch einmal mit Heuschnupfen zu kämpfen hat. Umwelteinflüsse stellen einen wichtigen Faktor dar, der bestimmt, ob sich Heuschnupfen entwickelt oder nicht. Personen vom Land sind eher gefährdet an Heuschnupfen zu erkranken als Städter, da diese bereits im Kindesalter mit einer höheren Feinstaubbelastung in Kontakt kommen. Eine hohe Hygiene kann ebenfalls schädlich sein. Zwar schützt Hygiene vor allergischen Reaktionen: Im Kindesalter führt diese jedoch dazu, dass sich der Körper nicht an Keime und andere Fremdkörper gewöhnen kann. Im Endeffekt sieht er diese später als Angreifer an und ruft allergische Reaktionen hervor. Die meisten Allergien manifestieren sich bereits im Kindesalter. Ist das Erwachsenenalter erst einmal erreicht, ist das Auftreten neuer Allergien zumeist unwahrscheinlich, aber dennoch gegeben. Wer nicht an Heuschnupfen leidet, kann aber durchaus andere Allergien entwickeln, zum Beispiel gegen Hausstaubmilben. Es ist durchaus möglich, dass ein ausgeprägter Heuschnupfen plötzlich auftritt. Ebenso gut ist es aber auch möglich, dass sich dieser im Laufe der Zeit vollständig zurückbildet. Eine erbliche Veranlagung ist zwar möglich, zumeist wird der Heuschnupfen jedoch durch äußere Umwelteinflüsse hervorgerufen.