Was sind Allergien?

AllergienAllergien sind Krankheiten, auch „Überempfindlichkeiten“ genannt, die durch Abwehrreaktionen des Immunsystems hervorgerufen werden. Denn das Immunsystem reagiert auf fremde Stoffe, um den Körper beispielsweise vor Krankheitserregern, wie Bakterien oder Viren, zu bewahren. Ist diese Eigenschaft auch äußerst sinnvoll, wird es jedoch dann kompliziert, wenn sich diese Reaktionen gegen ungefährliche Stoffe, wie Tierhaare, Pollen oder Hausstaub richten. Die Neigung zu einer solchen Überempfindlichkeit, so glauben Wissenschaftler, ist vermutlich angeboren, da sie bei Menschen, deren beide Eltern Allergiker sind, zwischen vierzig bis sechzig Prozent liegt. Ist nur die Mutter oder der Vater betroffen, dann leiden etwa zwanzig bis vierzig Prozent der Kinder ebenfalls an einer solchen Krankheit.

Was versteht man unter Allergenen?

Das sind vor allem natürlich vorkommende, winzig kleine Proteine, also Eiweißkörper, die bei Allergikern Abwehrstoffe, die sogenannten „Antikörper“ hervorrufen, obwohl sie für den Körper gar keine Bedrohung sind. Zu den Allergenen zählen besonders:
– Stoffe, die über die Atmung erfasst werden, wie beispielsweise Wohnungsstaub, Pilzsporen, Tierhaare und Pollen von Gräsern
– Kontakt-Allergene, wie zum Beispiel Konservierungsstoffe, Nickel oder Duftstoffe
– Nahrungs- oder Arzneimittelallergien, Überempfindlichkeiten gegen Eier, Fisch, Milch und andere Lebensmittel
– Allergien, die durch Injektionen oder Insektenstiche in den Körper geraten, wie Wespen- und Bienengift sowie Medikamente durch Spritzen

Welche Arten von Allergien gibt es?

Wegen der vielfältigen Formen dieser Krankheit soll hier nur auf einige häufige Ausprägungen eingegangen werden.

So ist zum Beispiel der Heuschnupfen eine oft auftretende allergische Erkrankung, die auf einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte in der Natur auftretende Pollen beruht. Denn diese gelangen während der Blütezeit in großer Anzahl in die Luft und bewirken beispielsweise in der Nase, den Augen oder an den Schleimhäuten der Atemwege überempfindliche Reaktionen. Auch Ekzem-Erkrankungen der Haut, bei der die Haut besonders stark auf äußere oder innere Reizung reagiert, wie beispielsweise bei an Neurodermitis erkrankten Personen, zählen zu den Überempfindlichkeiten. Darüber hinaus kann auch Asthma allergisch bedingt sein. Die Nahrungsmittelallergie, Nesselsucht, Hausstaub- und Tierhaarallergie sind weitere Erscheinungsformen dieser Krankheit.

Welche Diagnosemöglichkeiten bestehen bei Allergien?

Solche Tests, die meist aus einem Haut- sowie einem Labortest bestehen, sollten auf jeden Fall immer von Spezialisten, also von Allergologen, durchgeführt werden.

Beim Hauttest werden viele Testsubstanzen, die Auslöser von Allergien sein könnten, auf die Haut aufgebracht. Danach wird die oberste Hautschicht in einem weitestgehend schmerzlosen Vorgang ein wenig angeritzt. Besteht eine Allergie, dann entwickelt sich bei dem Betroffenen in einem Zeitraum von ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten eine sogenannte juckende „Quaddel“, also eine punkt- bis knopfähnliche Hauterhebung.

Auch das Blut kann mithilfe eines Tests durch eine Blutprobe auf Allergien getestet werden, denn auf diese Weise kann der Arzt entwickelte Antikörper nachweisen. Bei einer solchen Untersuchung werden meist gezielt Antikörper gegen die Allergieauslöser eingesetzt, die dem Arzt durch Erkenntnisse infolge des Gesprächs mit dem Patienten verdächtig vorkommen.

Schließlich besteht die Möglichkeit, die Funktion der Lunge bei einem Verdacht auf Asthma zu überprüfen.  Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob sich die Lungenfunktion verschlechtert, wenn der Betroffene ein mögliches Allergen einatmet. Eine solche Vorgehensweise nennt der Arzt „Provokationstest“, der übrigens auch bezüglich der Reaktion der Nasenschleimhaut auf Allergene durchführbar ist.